Was soll ich mir fürs neue Jahr vornehmen? Sobald sich die Weihnachtsgans in die ewigen Jagdgründen abgemeldet hat und die unglaublich günstigen, in letzter Minute gekauften Schnäppchen-Weihnachtsgeschenke den Weg in der Mülltonne unter die leider schon zerbrochenen Räder genommen haben, liegt diese Frage und die Kirschbuttercremetorte der Tante schwer auf unserem Magen.

Was soll’s dieses Jahr sein? Etwas Persönliches? Die Klassiker wären: weniger zu Essen, mehr Sport zu machen und Aufhören zu Rauchen. Oder steigen wir in den Öko-Hype ein? Mit weniger/kein Autofahren, CO2-Ausstoss reduzieren und/oder kompensieren oder Aufhören zu Rauchen wären wir bei den Trendsettern. Etwas zur Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen? Mehr Zeit für die Familie, wöchentlich einen Blumenstrauss für die Partnerin oder mit Rauchen aufzuhören?

Das Wichtigste am Vorsatz ist natürlich die Formulierung. Machen wir auf Politiker und versprechen wir umfassend das Blaue vom Himmel herunter, in der Hoffnung, irgendeiner von den 167 Vorsätzen werden wir dann zufällig schon einhalten können, oder setzten wir alles auf eine Karte? Machen wir auf Astrologen und formulieren unsere Absichten wie ihre Vorhersagen mit grossem Potenzial die Ergebnisse schönreden zu können, im Wissen, dass wir auch etwa dieselbe Trefferquote haben, oder sprechen wir von klaren, überprüfbaren Zielen.

Die Höhe des persönlichen Einsatzes ist auch ein wichtiger Punkt. Geh ich mehr die masochistische Tour um meine Grenzen kennen zu lernen oder setzte ich auf etwas, dessen Erfolgserlebnis mir auf sicher ist? Diese letzte Kategorie findet immer mehr Sympathisanten. Die sichersten Tipps im Ranking: keine Robbenbabys abschlachten, keinen Terroranschlag durchführen oder Aufhören zu Rauchen. Letzter Vorschlag gilt natürlich nur für militante Nichtraucher.

Ich persönlich empfehle hier meinen Geheimtipp. Nicht immer ist er einfach einzuhalten, trotzdem verspricht er ein hohes Potenzial an Erfolgsgarantie. Klar braucht es Disziplin sich strickt an diesen Vorsatz zu halten, vor allem dann, wenn der Bauch sich immer mehr zu einem solchen verändert. Vor 13 Jahren, damals noch jung und unerfahren, noch nicht abschätzend, was diese Entscheidung für mein Leben bedeuten könnte, habe ich in der Stille der Nacht diesen Endschluss getroffen. Es kamen auch harte Zeiten, aber am Ende zählt nur der sich langsam abzeichnenden Erfolg. Wenn ich nur schon an die Qualen der zerbrechenden Hoffnungen der Vorjahre denke erfreut mich der Gedanke an jene dunkle, mondlose Nacht. Was ich mir damals vornahm? „Nie wieder nehme ich mir einen guten Vorsatz für ein neues Jahr.“

2 Antworten zu “«Keine Robbenbabys abschlachten» oder, «Auf-, Ein- und Vorsätze»”

  1. Andrea sagte

    Das hab ich auch noch nie gemacht und schon immer blöd gefunden! Was ändert denn schon ein Tageswechsel im Jahr im/am Leben?

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